00:00:04: Im Fußball gibt es einen oft entscheidenden Moment, den die Zuschauer aber nie mitbekommen.
00:00:10: Und das ist die Halbzeitansprache!
00:00:12: Der Trainer lässt seinen Spieler in der Kabine durchatmen – er bespricht vielleicht die erste Halb-Zeit?
00:00:17: Vor allem sagt er, wie sie die zweite spielen und erhält eine flammende Motivationsrede.
00:00:24: So stelle ich mir das zumindest vor.
00:00:27: Und so in etwa stelle auch ich mir eine halbzeit Ansprache vor, die jetzt gerade stattfindet… nicht in einer Kabine, sondern in einem Kongresszentrum in der armenischen Hauptstadt Eriwan.
00:00:39: Denn es ist Halbzeit des Weltnaturabkommens.
00:00:45: In den Jahren die USA und den Vatikaner haben sich vorgenommen, wir wollen bis zum Jahr im Jahr das Artensterben beenden.
00:00:57: Die erste Hälfte dieses Zeitraums Und jetzt wird geschaut, wie müssen wir die zweite Halbzeit spielen um es zu schaffen.
00:01:05: Darum geht es in der zwei-wöchigen Konferenz, die heute endet.
00:01:08: und wir sind dabei!
00:01:09: Denn vor Ort ist meine Kollegin im FAZ Podcast Wissen, Redakteurin im Foyetton und unserer hauseigene Wildnis-Expertin Petra Arne.
00:01:19: Hallo Petra
00:01:20: Hallo Piotr
00:01:22: Ja genau mein Name ist Piotre Heller Petra du bist dabei?
00:01:25: Vor Ort in Irrivan.
00:01:27: Kannst du mir vielleicht sagen, wo du gerade bist dort und wie es da so ist?
00:01:32: Ja also ich habe mich grad in ein oberes Stockwerk dieses Konferenz Gebäudes zurückgezogen weil ich ja Ruhe haben wollte um mit dir zu sprechen.
00:01:41: Also ich bin im Konferenz Haus Komplex der hier hergerichtet wurde für die Weltnaturkonferenz Und da ist eigentlich gar nicht so still, wie es jetzt bei mir ist.
00:01:53: Sondern da ist sehr viel los.
00:01:54: Da laufen alle rum.
00:01:56: die mehreren Tausendelegierten, die NGOs, die Umweltschutzorganisationen, die alle da sind, die Beobachter, die Journalisten natürlich laufen hier durch die Flure und trinken Kaffee.
00:02:08: Dann gibt's ganz viele Säle- und Räume hinter denen noch die letzten Verhandlungen passieren.
00:02:16: Genau, das passiert alles da und du bist vor Ort.
00:02:19: Kannst du vielleicht vorher noch mal ganz kurz erklären warum diese Konferenz jetzt eigentlich in Irrivan ist?
00:02:24: Also dass das Abkommen wurde ja in Montreal glaube ich unterzeichnet.
00:02:28: also warum da und wie klappt das so alles?
00:02:31: Ja die Konferenzen wandert immer so durch die Weltregionen Die gibt es alle zwei Jahre Vor vier Jahren im Montréal vor zwei Jahren in Kolumbien Und das bewerben sich immer Länder.
00:02:44: Also heute wird auch noch abgestimmt, wo es das nächste Mal ist.
00:02:46: Da werben sich Ecuador und Panama.
00:02:49: Gibt's eine Abstimmung später?
00:02:51: Und auch Armenien hat sich beworben.
00:02:53: Am Ende waren noch Armenien in Azerbaijan übrig... ...und dann hat Azerbaijan den Kürzer hingezogen, fanden sie glaube ich auch nicht so gut.
00:03:00: Die aus Linie auch im Konflikt mit Armenien.
00:03:03: Und ja, die waren jetzt ganz stolz.
00:03:04: Das ist ein ganz kleines Land.
00:03:06: Es ist ja so groß wie Brandenburg nur drei Millionen Einwohner und die haben sich aber sehr ans Zeug gelegt, haben das wunderbar organisiert und finden es jetzt glaube ich auch ganz schön dass sie für die Organisation wird uptwerden.
00:03:18: Cool!
00:03:19: Aber du hast noch geschrieben, dass so ein paar Sachen ... Du hattest im FATZ-TV-Ton geschrieben, zumindest von Naturschützern schon kritisiert werden dort ne?
00:03:27: Ach so, ja, das gibt es natürlich immer.
00:03:32: Weil jedes Land sich in den Widersprüchen bewegt.
00:03:36: Das man einerseits Naturschutz predigt andererseits ihn nicht richtig praktizieren.
00:03:40: und die haben jetzt hier glaube ich den Fehler gemacht dass sie beim aufwändigen Umbau dieses Veranstaltungsortes den Bauschutt einfach in so eine Schlucht gekippt haben, die kurz davor als ein Naturschutz gestellt zu werden.
00:03:54: Also die ist hier gleich nebenan – wie sieht man auch da fließend Fluss durch?
00:03:58: Und das blieb nicht unbemerkt von einer Investigartische oder Plattformen.
00:04:03: Die haben das ja noch einmal gefilmt und das ist dann natürlich auch bekannt geworden.
00:04:08: Kleiner Schönheitsfehler kann man sagen.
00:04:10: aber wir gucken jetzt darauf worum es wirklich geht nämlich auf den Inhalt der Konferenz.
00:04:15: vielleicht Erklärst du mal, was eigentlich heute passiert?
00:04:18: Das ist ja der letzte Tag.
00:04:20: Heute ist der letzte tag also wir wollen es hoffen.
00:04:22: das kann auch sein dass es noch morgen weiter geht wenn die heut nicht zum ende kommen.
00:04:26: aber eigentlich ist heute Abend soll alles zu Ende sein und dementsprechend gespannt sind jetzt hier alle also das große Plenum Dass sich über Stunden hinziehen wird.
00:04:38: das kann man jetzt schon sagen.
00:04:40: das ist jetzt für neunzehnunddreißig unserer zeit angesetzt.
00:04:44: man ist hier drei stunden voraus Und da werden dann alle Dokumente, wenn wir nochmal durchgegangen und jedes Einzelne mit einem Hammerschlag verabschiedet.
00:04:53: Das ist ein Konsensprinzip, eine alle hundertsechsten neunzig Länder die hier anwesend sind, die Vertragsstaaten sind dieses Weltnatur Abkommens haben eine Stimme egal wie groß oder wie klein man ist.
00:05:04: und sobald einer sagt nö das gefällt uns nicht machen wir nicht.
00:05:07: Dann ist eigentlich das ganze Ding gescheitert.
00:05:08: deswegen hat man jetzt diese ganzen zwei Wochen sehr darauf hingearbeitet dass das eben nicht passiert
00:05:14: Und das ist ja praktisch, also das ist ... Ja, würde ich auch schon fast sagen.
00:05:17: Das Relevante wird geguckt.
00:05:21: Was beschließen wir jetzt?
00:05:22: Aber um noch mal ganz kurz auf den Einstieg zurückzukommen... Ich habe mir diese Vorstellung von einer Halbzeitansprache geschildert.
00:05:29: Gab es denn oder erwartest du dir noch so etwas wie eine große motivierende Rede?
00:05:34: So ein Appell-Praktisch auf dieser Konferenz?
00:05:37: Oder ist das eher so ein Verwaltungsding?
00:05:40: Nee, nee, nee!
00:05:40: Kein Verwaltungsschicht, aber gut diese flammende Rede Diese Reden gab es natürlich jetzt die ganzen, die ganze Woche lang.
00:05:47: Es gibt ständig diese... Also wenn man sich angehört hat das sind ja viele Minister angereist.
00:05:51: Die haben über eineinhalb Tage hinweg, hat jeder ein Statement abgegeben.
00:05:55: Hat jeder eine kleine flammende Rede gehalten und wenn man jetzt nur da drin saß und diese Reden gehört hat dann hat man natürlich gedacht Das ist ja toll.
00:06:03: Es wird alles wunderbar mit der Natur und überhaupt.
00:06:06: was für eine tolle Welt, wo alle sich so bemühen und sich so einig sind.
00:06:11: Aber das ist natürlich nur die eine Seite der Medaille, die andere ist.
00:06:14: Wie konkret wird es dann wirklich?
00:06:16: Jetzt gerade ist die Situation quasi... um in deinem schönen Bild zu bleiben.
00:06:21: Also die flammende Rede von Montréal, wo dieses Abkommen verabschiedet wurde und wo alle dann total motiviert also hier die Spieler total motivierte quasi weggegangen sind auf ihr Spielfeld.
00:06:34: Und jetzt kommen sie aber wieder nach vier Jahren.
00:06:36: und der Trainingsnack sozusagen wie sagt ihr nicht besser gespielt weil das was man sich vorgenommen hat für diese vier Jahre du hast ja vorhin gesagt Zwei- tausend zwanzundzwanzig wurde beschlossen, bis zwei Tausend dreißig will man die Zerstörung von Ökosystem und das Artensterben stoppen.
00:06:54: Das heißt eben halt jetzt die Halbzeit Und muss feststellen in diesen vier Jahren bis zu dieser halbzeit ist nicht dass passiert was hätte passieren müssen.
00:07:04: also da hat kein land so richtig richtig gut performt.
00:07:09: alle länder mussten So berichte einreichen haben auch nicht alle gemacht aber Viele, die meisten haben es gemacht und da sah man dann ganz viele rote- und orangefarbene Pünktchen.
00:07:22: Also schlecht nicht geschafft, eigentlich so gut wie gar nichts in Grün.
00:07:28: Das heißt, man ist hier nicht auf Kurs und die Frage ist, die erst beantwortet sein wird wenn das heute vorbei ist?
00:07:38: Wie sehr schafft es diese Weltnaturkonferenz, die Länder da auf KURS zu bringen?
00:07:44: Das ist praktisch das, was auf dem Spiel steht.
00:07:47: Schafft sie es die Länder auf den Kurs zu bringen oder nicht?
00:07:52: Man kann sagen ein Erfolg wäre wenn diese
00:07:58: Kopf, das
00:07:59: heißt ja immer die COPS hier Conference of the Parties, wenn dieser Kopf-Seventeen einen Weg vorgibt wie man diese Diagnose wir sind nicht gut verwandelt in eine Wenn ich jetzt in dem Bild wieder bleibe, das richtige Therapieprogramm zur Gesundung der Natur auch wirklich zu kommen.
00:08:23: Und das aber möglichst explizit und konkret, denn das hatten wir ja alles schon mal vor vier Jahren.
00:08:27: Aber dann haben doch alle irgendwie – wie nicht sagen es?
00:08:30: Nicht ernst genommen!
00:08:33: sind dann ihren Zwängen zu Hause begegnet.
00:08:35: Das sieht man ja auch in Deutschland, die Zeiten sind nicht so dass der Naturschutz besonders oben auf der Agenda steht und die Frage ist eben jetzt wie kann man das schaffen hier die Zügel anzuziehen?
00:08:47: Und da ist ein entscheidendes Papier noch Nicht noch so in der Abstimmung, mit dem das ein bisschen steht und fällt.
00:08:56: Das Papier nennt sich auf Englisch Global Review also die globale Überprüfung.
00:09:00: Das soll eine Art Fahrplan sein.
00:09:04: Das wird aussprechen ja wir sind hier nicht auf Kurs.
00:09:07: Also das weiß man schon, dass wird da drin stehen.
00:09:09: aber wie sehr wird es denn so ein Gefühl der Dringlichkeit vermitteln?
00:09:14: Wir müssen jetzt was ändern!
00:09:18: Und davon mit steht und fällt eigentlich, wie sehr diese Konferenz hier als Erfolg oder Misserfolg betrachtet werden wird.
00:09:26: Und du sagst es ist eigentlich klar dass man nicht auf Kurs ist?
00:09:28: Du hast gerade geschildert Es gibt eben diese Defizite also diese roten und gelben Punkte in dem Papier.
00:09:34: was sind denn eigentlich jetzt die wichtigsten Defiziten sozusagen?
00:09:38: Also es steht und fällt alles mit der Finanzierung.
00:09:42: das ist so das heimliche Hauptthema oder auch gar nicht so heimlich erhaupt Thema Dieser Zusammenkunft hier, also das muss natürlich alles irgendwie bezahlt werden.
00:09:52: Das ist der Naturschutz die eine einen Umgang mit der Natur, der nicht mehr so ausbeuterisch ist.
00:10:02: Der muss irgendwie finanziert werden oder Gelder müssen umgelenkt werden?
00:10:06: Das ist vor allem auch ein Nord-Süd Konflikt.
00:10:09: Also die Industrieländer haben sich ja schon bereit erklärt dass sie Geld in den globalen Süden schicken, damit die Länder des Globalen Südens, die die meiste Biodiversität haben.
00:10:21: Das sind die biodiversitätsreichsten Länder, damit sie quasi nicht das machen was der Norden schon gemacht hat also auf Kosten der Natur wirtschaften und sich Wohlstand schaffen.
00:10:33: In einem Maße ist es dass die Natur eben am Ende das nicht mehr verkraftet.
00:10:39: Und dann sagt natürlich der Süden, OK.
00:10:41: Wenn wir das so nicht machen sollen, dann müsst ihr uns das aber bitte bezahlen.
00:10:44: Das können wir uns nicht leisten hier, dass alles so zu machen und da sind die Industrieleiner schon ganz weit hinterher mit ihren Zusagen.
00:10:51: also gibt es ganz konkrete Zahlen.
00:10:52: Es sollen bis zum Jahr zwei Tausend Dreißig sollen dreißig Milliarden Dollar in den globalen Süden fließen.
00:10:59: Da ist man weiter dahinter zurück.
00:11:01: Das kommt nicht zusammen.
00:11:02: Das weiß man jetzt schon.
00:11:04: Also ein großes Thema Und davon hängt natürlich ganz viel ab.
00:11:08: Auch das Vertrauen dieser Länder, des globalen Südens die sich da so ein bisschen auch nach vielen Jahrzehnten auf der Kolonialisierung jetzt schon wieder gegängelt fühlen.
00:11:18: Das ist das eine große Thema.
00:11:21: Das andere ist dass die sogenannten indirekten Treiber dieser Biodiversitätskrise ganz offensichtlich nicht angegangen werden.
00:11:30: also was ist das?
00:11:30: Das ist alles wo man eigentlich nicht gleich merkt Schade, also wie produziert man Dinge?
00:11:37: Wie stellt man sie her?
00:11:38: Wie nutzt man die Ressourcen eigentlich unsere ganze.
00:11:42: Eigentlich unsere ganze Lebens- und Wirtschaftsweise.
00:11:44: Und da ist ein sehr dominantes Beispiel das hier auch das zweite Hauptthema ist.
00:11:48: fast kann man sagen dass sind die Subventionen subventionen die der Natur schaden Also staatliche Vergünstigungen Die Aktivitäten Handlungen Produktionsweisen befördern die der natur am ende schaden und die sollten Bis zum Jahr, das ist ja immer unser Fixpunkt datenmäßig um fünfhundert Milliarden Dollar gesenkt werden.
00:12:11: Da ist man aber nicht mal die haben noch zugenommen in den letzten Jahren.
00:12:14: also man kommt da überhaupt.
00:12:16: Man kommt dann nicht nur nicht hin es geht in die falsche Richtung.
00:12:19: und was ist dass hier Subvention?
00:12:21: Das ist sowas wie in der EU zum Beispiel das Agrarsubvention im Moment danach nach Fläche vergeben werden.
00:12:29: nach Größe der Fläche, die man bewirtschaftet und das fördert natürlich so eine intensive Landwirtschaft.
00:12:36: Es ist sie ja wieder auf kostende Natur geht weil die tendenziell den Boden schwächt mit dem vielen Testiziden usw.
00:12:46: Die Kerosinsteuerbefreiung gehört auch dazu.
00:12:49: Die Dienstwagenprivileg gehört also ganz oder wir haben es in Deutschland auch gehabt Subvention für Agrardiesel abgeschafft werden sollte, kann man alles kümmer auch dazu zählen und da sieht man eben auch gleich was das für ein sensibles Thema ist.
00:13:04: Denn in Deutschland war ja einiges los bei den Bauern als das abgeschauft werden sollte.
00:13:10: Und die sind andererseits wieder sehr wichtig.
00:13:11: diese Subvention weil das ist so ein Geld... Da sagt man es ist ja da!
00:13:16: Das Geld gibt's ja!
00:13:17: Das müsste man jetzt eigentlich nur umlenken zum in den globalen Süden.
00:13:23: Da muss gar nicht neues Geld dazukommen.
00:13:24: Man hat es ja, man muss nur die Subvention abschaffen.
00:13:27: Das heißt das hängt ganz eng miteinander zusammen.
00:13:30: und was haben wir noch?
00:13:32: Ach ja auch noch sehr interessant.
00:13:33: Eng verbunden mit diesen so einen indirekten Kreibern da gibt's das schöne Wort Mainstreaming.
00:13:38: Das ist eigentlich eine Art Übersetzungsleistung.
00:13:40: Es ist zu begreifen dass der Schutz der Natur integriert werden muss in alle Bereichen, alle Branchen also zum Beispiel Politisch, nicht nur das Umweltministerium hat damit zu tun.
00:13:52: Das betrifft alle Ministerien und das Betrifft die Landwirtschaftsministerium, das Finanzministerium Verkehr natürlich.
00:14:00: eigentlich müssen die alle hier sein.
00:14:02: Es sind aber nur die Umweltminister da, es sind auch ein paar Finanzminister da.
00:14:06: Aber ich glaube nur sechs.
00:14:08: Das trifft die Landschaft, das betriffe die Infrastruktur Das betrifft das ganze Wirtschaften.
00:14:13: Also in der Naturzerstörung, die ist ja ein Risiko auch für Unternehmen.
00:14:18: Die meisten Geschäftsmodelle werden ohne Intakt der Natur irgendwann hinfällig werden.
00:14:22: Da gibt es ja auch ganz eindrucksvolle Zahlen.
00:14:24: also die Europäische Zentralbank sagt zum Beispiel, seventy-two Prozent der Film im Euro Raum sind auf diese Ökosystemleistung der Natur angewiesen und dass alle verstehen und dann am Ende auch berücksichtigen in ihrer Handlungen.
00:14:44: Das ist das Mainstreaming und das ist natürlich das komplizierte.
00:14:48: Es ist quasi die Transformation, die man angehen muss, die aber noch ganz hinterher
00:14:53: hinkt.".
00:14:58: Überhaupt irgendwo auf dem richtigen Weg.
00:15:00: Da gibt es ja noch dieses große Ziel, das sind die meisten im Ohr wenn sie über Montreal nachdenken Das ist diese dreißig Prozent der Erde sollen unter Naturschutz gestellt werden.
00:15:11: Wie sieht's denn da eigentlich aus?
00:15:12: Ja, je nach Perspektive sieht es da gar nicht so schlecht aus.
00:15:16: Da gibts Berechnungen.
00:15:18: also wenn alle Länder das machen was sie sich jetzt vorgenommen haben dann könnte man bis zum Jahr Darin kommen das, dass der Landfläche geschützt sind.
00:15:30: Man könnte da schon ziemlich nah dran sein.
00:15:33: Dann kommt es aber natürlich ganz stark drauf an und das ist ein Punkt, durchaus behandelt wird.
00:15:40: Einer der positiven Punkte, dass nicht nur die Fläche gezählt wird.
00:15:43: also das ist nicht nur, dass man nicht nur irgendwie sagt ja wir haben jetzt hier einfach mal was geschützt und dann wird nicht mehr geguckt.
00:15:50: Was heißt denn diese Aussage jetzt eigentlich?
00:15:52: Und was wird da eigentlich gemacht und wie sehr wird denn da die Artenvielfalt jetzt wirklich steigert, die sich jetzt wirklich durch diese Maßnahme?
00:15:59: Also auch so Indikatoren schafft, mit denen das dann belegt wird und dass dann quasi hier zurückberichterstattet wird.
00:16:07: Da ist man gerade dran.
00:16:09: Das ist eigentlich ganz gut.
00:16:11: da muss ich auch Deutschland an die Nase fassen weil Deutschland hat auch schon ganz vielen Gebieten.
00:16:16: Da es ganz viel unter Schutz in Anführungsstrichen aber das sind eben auch so Gebiete wo man noch ganz viel darf.
00:16:21: Da darf man trotzdem Bau oder trotzdem intensive Landwirtschaft machen.
00:16:25: Zum Beispiel die Landschaftsschutzgebiete, die zählt Deutschland jetzt auch nicht dazu.
00:16:29: Bei seinem offiziellen eingereichten Flächenoffiziell eingereicht hat Deutschland sechzehn Prozent.
00:16:33: das ist auch ziemlich ehrlich.
00:16:35: aber andere Länder sind da eben unter Umständen nicht so genau.
00:16:39: also wo man noch ganz schlecht dasteht dass es das Meer das muss ich jetzt auch noch kurz hinzufügen die Meere die sind die sind quasi noch gar nicht Also so streng gestürzt sind die die mehrere dir siebzig prozent nur der der Oberfläche, der Erde ausmachen.
00:16:54: Das ist ja viel mehr als das Land.
00:16:57: Die sind noch ganz wenig geschützt und da muss ganz viel
00:17:00: passieren.".
00:17:02: Ja aber ist es dann so ein Taschenspieler-Trick mit diesem... mit diesen dreißig Prozent?
00:17:05: oder Naturschutz?
00:17:05: Weil wenn du sagst, ja dann stehen die Regeln gar nicht so klar was das jetzt bedeutet.
00:17:10: also das bedeutet nicht dass da jegliche menschliche Aktivität praktisch eingestellt ist.
00:17:16: Nee, eben das heißt jetzt auch wieder nicht.
00:17:19: Aber es muss natürlich eine Aktivität sein die nachhaltig ist.
00:17:23: Das heißt natürlich kann man das auch bewirtschaften gebietet.
00:17:25: Es wäre ja auch Wahnsinn dann aufs Dreißig Prozent der Fläche die Menschen einfach mal zu entfernen.
00:17:31: Also was kommt hier auch tatsächlich vor?
00:17:33: Gab es auch in Afrika oder... Deswegen waren die Indigengemeinschaften, die hier auch immer sehr präsent sind.
00:17:41: Die sind da auch immer wachsam und auch misstrauisch etwas weil sie natürlich sagen Moment mal wir sind eigentlich hier die Hüter der Natur.
00:17:50: Wir sind nicht die das Problem machen.
00:17:52: Wir wirtschaften seit Jahrtausenden nachhaltig in unseren Gebieten.
00:17:57: Wir wollen das auch so weitermachen und wir wissen im Gegensatz zu euch, wie man mit Natur so umgeht.
00:18:03: Dass sie dabei nicht kaputt geht, dass man die nicht überfordert.
00:18:07: Und
00:18:07: d.h.,
00:18:08: es geht also nicht darum, daß man jetzt dreißig Prozent Nationalpark hat, wo man davor steht und reinguckt was ja unser klassisches westliches Bild von Naturschutz ist.
00:18:19: Da müssen wir auch ein bisschen umdenken.
00:18:21: Also ich glaube, dass dieses Dreißig-Prozent-Ziel auch deswegen so bekannt werden konnte.
00:18:28: Das einzige, was vielen Leuten so einfällt wenn die hören Weltnatur abkommen.
00:18:31: Wenn ihnen überhaupt etwas einfällt da müssen wir auch ein bisschen umdenken.
00:18:38: Das heißt eben nicht dass jetzt dreißig Prozent der Erde zu Wildnis wird.
00:18:43: Okay das ist also praktisch.
00:18:46: Man muss eine andere Perspektive finden dafür.
00:18:50: Was ich mich noch gefragt habe, ist... Du hast ja wunderbar beschrieben, dass diese vielen Staaten zusammenkommen und die einstimmig was beschließen müssen.
00:18:58: Dass es an Regeln sind und sich alle halten.
00:19:00: Aber heute hast du in der FAZ im Föhr-Tor einen Artikel drin, indem du die Frage so ein bisschen anreist ob der Multilateralismus ... was das ja genau ist, dieses gemeinsame sich an Regeln halten verschiedener Staaten.
00:19:13: Ob das überhaupt noch funktioniert?
00:19:15: Wie siehst du das jetzt eigentlich?
00:19:17: Ja ich sehe selber mal so und auch jeder, wenn man fragt kriegt man die oder die Antwort.
00:19:24: Das ist natürlich... Also man könnte natürlich zum einen sagen Nein!
00:19:29: Man hat ja quasi den Beweis.
00:19:31: Man hat sich etwas vorgenommen zusammen als Weltgemeinschaft.
00:19:35: diese Hundertsechsundneinzig Länder sind hier alle dabei, außer die USA.
00:19:38: Aber das hat nichts mit Donald Trump zu tun.
00:19:40: Die haben das noch nie unterschrieben und der Vatikaner ist nicht dabei.
00:19:44: Alle anderen sind dabei.
00:19:45: Und man könnte natürlich sagen ja ... Man sieht ja schon es am Ende ist entscheidend nur heiße Luft alle kommen unterschreiben was gehen nach Hause und machen nix.
00:19:54: also und Multilateralismus heißt ja eigentlich man nimmt sich gemeinsam etwas vor.
00:19:58: Man guckt gemeinsam als Weltgemeinschaft dann gibt's sich gemeinsame Regeln und handelt auch da nahe.
00:20:03: Das ist ja was was gerade sowieso nicht mehr so angesagt ist.
00:20:07: Und ja, es könnte natürlich klar das was jetzt hier verabschiedet wird, wird wahrscheinlich wieder unter dem bleiben.
00:20:16: Was passieren müsste?
00:20:19: Aber andererseits kommen alle zusammen ungeachtet der geopolitischen Lage, der sich befinden, der Konflikte und sagen Ja doch wir wollen das!
00:20:31: Wir bleiben dabei also allein schon dass dieses dass diese Bekräftigung, die gibt es ja weiterhin.
00:20:38: Doch wir wollen das auch irgendwie jetzt nicht gut sind.
00:20:40: am Ende.
00:20:41: Wir haben's verstanden.
00:20:41: Das ist ja schon mal... Was muss man wahrscheinlich sagen?
00:20:45: Also ich finde es auch deprimierend, dass man sagen muss, aber so ist es wahrscheinlich und hier auch immer sich in die Verhandlungen setzt dieser Ton, diese Höflichkeit dieses respektvolle Miteinander von wirklich allen, also auch Länder, die gerade im Klinschwein anerliegen Das ist schon wirklich gut zu sehen.
00:21:07: Es gibt auch eine andere Art, noch miteinander zu reden als dieses Gebrüll und dann diese sehr sorgfältige Arbeit hier an den Texten wo man wirklich merkt es ist wie jedes einzelne Wort noch wichtig.
00:21:22: da ist ne große Sorgfalt dahinter jeder nimmt das ernst.
00:21:26: also würde man jetzt nur sich aufhalten Wenn man als Alien hier landen würde, dann würde man doch denken auch Mensch das ist doch eigentlich eine ganz gute Welt, die das hinkriegen.
00:21:40: Ja ja aber ist es denn langsam zum Ende zu kommen?
00:21:45: Ist das denn das positive was du daran siehst also eher so ein... Ich würd mal schon etwas sagen der Vibe der dort herrscht.
00:21:52: oder gibt es denn auch was Konkretes Positives was du beobachtest in deiner Zeit dort?
00:21:58: Also Das Positiv ist auf jeden Fall schon, wenn ich jetzt auch auf die letzten Jahre zurückblicke seit dieses Abkommen verabschiedet wurde.
00:22:05: Da ist schon einfach wahnsinnig viel in Bewegung gekommen.
00:22:08: Also da sind schon alle nach Hause gegangen und haben sich überlegt, haben sich so Plänen gemacht, die Universitätsstrategien das hat ja doch nicht alle.
00:22:15: So wie sich Ziele setzen, so überlegen wir, wie machen wir es hier mit der Natur?
00:22:24: Das ist ja schon mal positiv, dass es passiert was.
00:22:27: Es ist wahnsinnig langsam und es ist viel zu langsamer und das ist zwei Schritte vor einer zurück aber es passiert etwas.
00:22:34: Und das, was ich eigentlich ganz positiv finde, ist, dass sich hier so eine langsam schält sich, so ne Klarheit raus darüber woran es wirklich hakt und das is eben nicht der klassische Naturschutz des.
00:22:51: Darum geht es auch, aber das ist nicht das Thema.
00:22:55: Das Thema ist eben das was ich vorhin gesagt habe dieses imirekte dass man eigentlich gar nicht den Bezug zunächst herstellt weil wir eben auch soweit entfernt sind von der Natur weil das gar nicht mehr man gar nicht merkt alles was wir tun damit zu tun hat also das quasi eine Wirtschaftsweise die ständig auf kostende Natur arbeitet grundsätzlich geändert werden muss und alles wird davon abhängen ob da so oder herumgerissen.
00:23:20: Also ist das, was sich jetzt so in einer Klarheit heraus schält?
00:23:25: Das ist auch positiv.
00:23:27: und damit ein Heer gehen auch neue, um dieses Wort Narrativ noch mal zu strapazieren, Narrative ein Heere die man hier doch merkt es wird hier viel zitiert eine Großbritannien haben den Verlust der Biodiversität als Nationale Sicherheitsrisiko identifiziert.
00:23:51: Und ich habe in Berlin auch jemanden gehört, der daran maßgeblich beteiligt war, der eben sagt also wir sagen jetzt mit dem Kollaps der Ökosysteme da werden wir nicht mehr gut fahren als Großbritannien.
00:24:03: Wir sind total abhängig von Import und werden uns nicht mehr richtig ernähren können.
00:24:07: Also das ist von nationalem Interesse hier.
00:24:11: Dass man so anfängt darüber zu sprechen über die Natur Das ist eigentlich ein ganz wichtiger Ansatz.
00:24:19: Ja, das ist interessant!
00:24:21: Dass da praktisch ein neuer Blick entsteht.
00:24:24: Zu was das letztlich jetzt konkret führt wird heute Abend klar.
00:24:29: oder also du hast es ja angesprochen wenn's heute Abend dann... Also falls es wirklich durch ist heute Abend, du wirst es weiter von uns beobachten und berichten?
00:24:39: Wunderbar und mir bleibt eigentlich nur noch übrig zu sagen, dass Sie unsere Hörer.
00:24:45: Wenn sie Fragen haben jetzt auch zu dem Thema oder Kommentare zu diesem Podcast?
00:24:50: dann schreiben Sie uns doch at wissenschaftetfrz.de Oder hinterlassen Sie uns einen Kommentar bei Spotify oder sonstwo.
00:24:58: das gucken wir uns alles sehr gerne an Auch wenn Sie Themenvorschläge haben.
00:25:02: Petra dir wünsche ich jetzt noch den schönen letzten Tag in Irrivan.
00:25:05: Ich danke dir!
00:25:06: Ich sage tschüss bis zum nächsten Mal.