F.A.Z. Wissen

F.A.Z. Wissen

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00:00:03: Petra, weißt du eigentlich wie der gestrandete Buckelwald Timmy zu seinem Namen gekommen ist?

00:00:10: Uff!

00:00:11: Ich glaube die Bild-Zeitung hat den Namen ausgesucht.

00:00:16: Aber... Wie sind sie drauf gekommen?

00:00:18: Nee weiß ich nicht.

00:00:19: Jaa und Du bist aber ziemlich nah dran.

00:00:21: Horst Schlemmer sprich H.P.

00:00:24: Kerkeling hat ihm seinen Namen gegeben Der Provinzreporter von dem Grävenbräuchertageblatt.

00:00:33: Der wurde nämlich von einem Bildreporter nach einer Headline für das Wahltrama gefragt.

00:00:40: Und Schlemmer hat dann geschrieben, der Wahl ist frei.

00:00:44: Punkt!

00:00:46: Timmy is free und

00:00:48: gesund.".

00:00:49: Das waren seine Headline-Vorschläge?

00:00:53: Ja,

00:00:54: so... Fake News!

00:00:55: Genau, und Schlemmer hat sich für diesen Namen entschieden weil der sanfte Riese nämlich erstmals am Timmendorfer Strand.

00:01:08: Das war die Idee von Horst Schlemmer.

00:01:11: Inzwischen ist der Wahl schwer krank und er liegt im Sterben, die öffentliche Beschäftigung hat allerdings regelrecht berührende Züge angenommen.

00:01:24: Ganz anders bei einem anderen Tierschicksal, das ist alles seit Ende März auch beschäftigt.

00:01:30: Der Wolf der in einer Hamburger Einkaufspassage eine Frau angefallen haben soll, der machte nämlich vor allem eins Ärger!

00:01:37: Er hat doch keinen Namen bekommen.

00:01:39: dafür hat seine Freilassung wieder umso mehr Menschen bewegt.

00:01:44: Ja wenn Tiere prominent werden.

00:01:46: und was dass über unser heutiges Verhältnis zu Wildtieren unter Natur insgesamt sagt?

00:01:52: Das ist unser Thema im heutigen Podcast Wissen der FAZ.

00:01:55: Wir, das bin ich Joachim Müller-Jung, Wissenschaftsredakteur der FA Zitten der FAS und in Berlin am anderen Ende des Gesprächsfasens, das sitzt Petra Ahne, Vötungsredakteurein und sie ist ausgewiesene Tierflüsterin Wolfsexpertin und Naturliebhaberin!

00:02:13: Ich habe das extra recherchiert, Petra für diese Folge denn das ist deine Folge Erkleme die Aro große Aufregung um Wal und Wolf.

00:02:24: Wie kommt es?

00:02:25: Warum ist das gerade an Ostern auch noch passiert?

00:02:30: Das war natürlich sehr aufregend, weil mit den beiden ist uns da auch so ein Stück Natur nahe gekommen, dass sonst das nicht tut.

00:02:38: Also zwei Tiere ... Wenn man ihn nicht sieht oder in Filmen sieht, mit ihr vermittelt und mitbekommt.

00:02:44: Und plötzlich sind die beide so in Reichweite.

00:02:47: Also man kann ja fast anfassen den Wahl.

00:02:50: Man konnte anfassen klar der konnte sich nicht mehr bewegen, konnte nicht mehr weg.

00:02:57: Da sah man den da liegen in seiner ganzen Größe.

00:03:00: Der Wolf wurde ja angefasst das war dann auch Teil des Problems Als er sich da verirrt hat, dann die Einkaufspassage.

00:03:07: Ja und das sind eben auch zwei Tiere, die in besonderer Weise heute und eigentlich immer schon Empfindungen wecken, die eine reiche Kulturgeschichte der Projektionen auch hinter sich haben also Eigenschaften, die wir so ihnen zugeschrieben haben weiterzuschreiben, die sie natürlich gar nicht haben.

00:03:26: aber das machen wir halt gerne mit Menschen So aufgerufen und beide Tiere schien das ja auch zu bestätigen.

00:03:34: Also der Wolf, der immer schon das unheimliche Tier war, schien plötzlich seinem Ruf ganz zu entsprechen.

00:03:44: Und für einen Moment sah es so aus.

00:03:46: Heiz kommen sich schon in die Städte und man ist nirgends mehr vor ihnen sicher.

00:03:51: Der eher sanfte medankolische Wahl, der sich zum Sterben auf eine Sandbank... zurückzieht.

00:03:58: Jetzt hast du schon eine ganze Menge Stoff auf den Tisch gelegt, über das wir uns unterhalten.

00:04:03: Aber mal ganz kurz wie weißt Du, wie es den beiden geht?

00:04:07: Den Wolf und dem Wahl?

00:04:10: Also dem Wolf wahrscheinlich besser als dem Wahl.

00:04:13: Das fangen wir auch mit dem Wahl an.

00:04:17: Es ist die nicht so schöne Geschichte der ja zwischen keine Wahlrettung mehr, das ist ja mehr ne Wahlsterbe Begleitung.

00:04:24: Der wird ja jetzt abgeschirmt.

00:04:29: Da hat wohl ein ziemlich langer und auch für die Menschen, die das beobachten Qual voller Sterbeprozess begonnen.

00:04:38: Dem ist nicht mehr zu helfen, der lebt noch, gibt auch Laute von sich noch aber stirbt.

00:04:44: Der Wolf wurde wieder freigelassen.

00:04:47: auf Bewährung muss man sagen, er hat jetzt einen Sender dran.

00:04:51: Da wird jetzt genau geguckt, wo geht denn der hin?

00:04:54: Also da wurde ... Wo er freigelassen wurde?

00:04:56: Der war ja zu den nächsten paar Tagen in so einer Auffangstation und das wird nicht verraten wahrscheinlich jetzt irgendwo ein Stück großes Stück weg von Hamburg.

00:05:07: Und dann wird jetzt geguckt.

00:05:09: was macht der?

00:05:09: bewegt sich wieder in die Nähe von Siedlungen oder Städte?

00:05:13: Oder macht er das was ein Wolf eigentlich soll?

00:05:16: Sucht er sich einen Revier?

00:05:18: ist hier ein junges Tier Fährt ab.

00:05:22: Nee, fährt ab vom Menschen nicht.

00:05:23: Das geht ja nicht aber zumindest nicht so wie beim letzten Mal.

00:05:28: Wie hast du den Umgang mit den beiden Tieren selbst empfunden?

00:05:32: Also ich habe es bei beiden Tiern recht intensiv beobachtet und fand dann eigentlich die Reaktion in der Summe ganz positiv und auch mutmachend denn da war viel Vernunft dabei und da war auch viel Empathie dabei.

00:05:48: Also zwei Dinge, die wir sonst nicht so im Übermaß zeigen.

00:05:52: in Bezug auf die Natur.

00:05:54: also beim Wolf hatte man ja eben zuerst kippte das natürlich oder man musste Angst haben jetzt kippt es endgültig.

00:06:01: Die Stimmung den Wolf gegenüber ist sowieso bedenklich hat sich ja einiges zugespitzt in den letzten Jahren und dann dachte man ja kurz okay, das war es jetzt.

00:06:14: also wenn jetzt ein Wolf wirklich jemand angegriffen hat in der Stadt.

00:06:19: Also ist ja der Worst Case.

00:06:21: Und dann aber als klar wurde, dass er ein junges Tier, das hat sich verehrt.

00:06:26: Das war ein Panik und der gut gemeinte Hilfeversuch der Frau, die ihn wohl rausführen wollte, war halt das Falschste was man in dem Moment tun konnte.

00:06:37: Da ist es ja eigentlich noch sehr glimpflich ausgegangen.

00:06:39: Sie hatte ja wohl eine relativ leichte Verletzung, ja jetzt scheiden wir haben sich alle drauf geeignet.

00:06:46: okay das war ein verirrtes Tier lasst mal wieder frei und gut ist.

00:06:51: also dass hat die haben sich die Wogen schnell wieder geglättet.

00:06:53: und beim Wahl da fand ich eigentlich auch bemerkenswert diese große Empathie.

00:07:02: Das fand ich eigentlich schön zu sehen, zu welcher Fürsorge Tieren gegenüber wir doch fähig sind.

00:07:07: Also zuerst wurde ja alles aufgeboten dem zu helfen.

00:07:11: also wurde natürlich keine Mühen gescheut dass der von dieser ersten Satzbank wieder runter kam und das hat dann ja nichts geholfen.

00:07:19: aber auch die Pressekonferenzen mit den Umweltminister Backhaus die fand ich irgendwie ganz ganz anruhend.

00:07:26: er war ja den Tränen nahe und plötzlich war jetzt der Wahl eigentlich nur noch so ein Mitgeschöpfen, mitgeschöpf.

00:07:33: Das leidet und das ist ja etwas was wir auch der Natur gegenüber nicht so oft zeigen.

00:07:38: Ich glaube dass es dir auch sehr sympathisch du hast dich ja auch selber einen Buch geschrieben über die Wölfe.

00:07:45: Sehr empfehlen sie für dieses Buch?

00:07:46: Hast doch ein Podcast mal gemacht denn ich mir heute morgen nochmal angehört habe und da meine ich auch so das so ein bisschen raus zu hören.

00:07:56: diese Einbettung Naja, empathisch aber eben auch nicht eine Betrachtung über die Stellung der Tee von Tier.

00:08:06: Also von Wal und Wolf quasi in unserer Gesellschaft.

00:08:09: Das liegt dir schon so ein bisschen am Herzen.

00:08:12: Aber was ist das?

00:08:13: Schlüsse würdest du jetzt daraus ziehen?

00:08:14: Haben wir den ultimativ guten Umgang gefunden, auch in dem Medien?

00:08:18: so eine Sensationsmache... Hast Du ja quasi angedeutet, wäre ja auch möglich gewesen beim Wolf zum Beispiel!

00:08:25: Das war ja auch anfangs, zeigte das sich ja auch ab.

00:08:29: Da wurde ja gleich zum bösen Woll von Alton da aber es hat sich dann wieder gelegt.

00:08:36: Ich finde es zeigt eben ein anderes Verhältnis zur Natur.

00:08:39: Es ist möglich wenn sie uns nahe kommt und berührt so als Mitbewohner dieses Planeten ist der Mensch zu viel fähig, zu viel gutem Fähig.

00:08:51: Natürlich darf man nicht vergessen, das waren jetzt eben diese zwei Einzelschicksale und sowas berührt immer ob es hier oder Mensch ist.

00:08:57: Und die abstrakte Masse lässt dann eher kalt.

00:09:03: aber trotzdem sollten wir das mal im Gedächtnis behalten was das doch an Guten erzeugt hat.

00:09:09: jetzt beim Wahl.

00:09:10: Und manchmal wenn so ein paar Dinge zusammenkommen dann passiert so einen Momentum.

00:09:15: also es gab ja schonmal eine Wahl der sich verirrt hat in den Rhein, ein Beluga.

00:09:23: Und das wurde auch mit riesiger Anteilnahme verfolgt.

00:09:27: über mehrere Wochen war der da und da kamen so ein paar Dinge zusammen dass der es am Ende wieder hatte einen Weg daraus gefunden.

00:09:35: aber der Rhein war damals ja quasi biologisch tot Da war ja nix mehr gelebt.

00:09:43: Man konnte quasi beobachten, wie sich sein Zustand verschlechterte und die Haut auch immer schlechter wurde, dass so Exzime sich bildeten.

00:09:51: Und das hat das Umweltbewusstsein, dass damals so erwachte, die erwachene Umweltbewegung alles geschärft.

00:10:00: Ich will es nicht sagen, dass der Rhein heute deutlich sauberer ist... Es hat das natürlich nicht ausgelöst, aber es hat so etwas mit bewegt.

00:10:06: Da haben alle anders hingeguckt als vorher und vielleicht könnte der Wahl jetzt ja auch schaffen dann hätte sein Tod noch irgendwie was Gutes.

00:10:18: Was machen wir da eigentlich?

00:10:21: Mit dem Lebensraum von diesen Tieren die uns anscheinend doch so nahe gehen.

00:10:26: diesen Rest von so einem Stellnetz im Maul, da wird man dann erst nach der Autopsie sehen.

00:10:30: Wie tief ging das denn rein?

00:10:32: Wie sehr hat den das behindert?

00:10:34: Dem wurde ja vor der Strandung noch ein fünftig Meter langes Stellnetze vom Körper entfernt.

00:10:38: Fünfzig Meter!

00:10:39: Das ist wahnsinnig lang und diese Stellnetzen sind eine große Gefahr.

00:10:44: Die sind total üblich in der Fischerei aber da sterben ganz viele Wale und Delfine und auch andere Tiere dem sich verheddern.

00:10:52: Und all diese Dinge... Wir müssen mal gucken bei dieser Autopsy, was die ergibt.

00:10:59: Ob das wirklich auch Menschen gemachte Gründe hatte, dass es dem schlecht ging?

00:11:05: Also vielleicht gibt's so einen kleinen Anstoß.

00:11:09: Ein kleines

00:11:09: Umdenken.

00:11:10: Ein klein Nachdreh, wenn man so will.

00:11:14: Das Thema nochmal hochkocht könnte natürlich auch passieren.

00:11:18: Es gibt ja einige ... NGOs, die auch jetzt lauter werden und gerade den Wahlschutz auch nochmal betonen.

00:11:25: Ich meine natürlich sind diese mehrere Säure geschützt.

00:11:28: aber es gibt natürlich auch durchaus Maßnahmen, die dann umstritten sind im Sinne des Arten- und Naturschutzes in der Ostsee oder in der Nordsee.

00:11:38: Auch da passiert ja immer wieder mal dass ein Pottwahl da strandet und dann beginnen ja auch solche Debatten Und warum und wieso?

00:11:46: Und welche Rolle spielen Fischereinnütze.

00:11:48: Das hast du jetzt ja angedeutet, also das wird spannend!

00:11:51: Jetzt gehen wir mal so grundsätzlich in dieses Verhältnis Natur-und Mensch.

00:12:00: der Wolf... Also wenn man jetzt wieder zurück zum Wolf geht und da hast du ja wahnsinnig viel recherchiert und viele Gespräche auch geführt im Mittelalter war er der Wolf ein Hassbild.

00:12:13: ich meine es gab wirklich grausame Methoden in Wolf zu jagen.

00:12:18: Jeder Bauer musste Wölfe jagen quasi, es wurden Prämien ausgesetzt.

00:12:22: Es wurde alles getan um die Wölfer aus den Wäldern anzukriegen.

00:12:28: Da gab's diese Wolfange.

00:12:30: Als ich das gelesen habe mal ganz früh als Kind, also ich mich für Tiere auch sehr intensiv beschäftigt hab und auch für Wölfen Da habe ich fast Gänsehaut gekriegt, diese Wolfsangel.

00:12:42: Hast du davon mal gehört oder hast du wahrscheinlich auch drüber geschrieben?

00:12:46: Diese Angelhagen die man von den Bäumen runter hängen ließ mich nicht

00:12:49: mehr... Genau mit Ködern dran und dann haben sie sich da aufgespießt.

00:12:51: Dann haben Sie es aufgespießt in

00:12:52: der Hälfte!

00:12:53: Ja man musste einfallsreich sein, das Kräftefeldnis hat sich ja erst umgedreht als man schießen konnte.

00:12:59: vorher musste man sich alles möglich einfallen lassen um die zu bekommen und die Methoden waren natürlich nicht schön wurden auch vergiftet.

00:13:08: Breschnuss, auch kein schöner Tod.

00:13:10: Das war dann in den Ködern ein Gift drin?

00:13:12: War offenbar sehr effektiv die Maßnahme.

00:13:15: Aber es zeigt ja auch das in der Bevölkerung ... Die Einstellung zu solchen Tieren speziell zu einem Top-Bredator wie der Wolf eben ist.

00:13:25: So einen Räuber, ein Beutegreifer, dass sich das auch wandelt und gewandelt hat.

00:13:33: Wo glaubst du geht da jetzt die ... die Reise hin?

00:13:36: und was prägt diese Einstellung zu den Tieren?

00:13:42: Beim Wolf gibt es in zwei verschiedene Richtungen.

00:13:46: Es ist natürlich diese alte Angst noch da, das teilt sich auch zurecht, denn der Wolf macht ja auch Ärger, den Bauern macht er Ärger.

00:13:56: Das ist aber auch das kulturelle Gedächtnis noch da.

00:14:00: Er ist nicht nur im buchstäblichen Raum zurückgekehrt, in den Raum unserer Fantasien zurückgekehrt.

00:14:09: Das sind doch noch die alten Fantasinen.

00:14:13: Diese alten Geschichten müssten jetzt quasi von neuen überschrieben werden, aber das passiert nicht so richtig.

00:14:19: Im Moment verfestigt es sich zweifach also den Wolf vor Anfang an nicht wollten.

00:14:25: Die wollen ihn immer weniger.

00:14:27: und es gibt aber auch klar auf der anderen Seite eine große Faszination Begeisterung für den Wolf.

00:14:35: Meistens von je weiter weg man ist, dass du begeisterter, aber begeistert sind in den Städten Ich finde immer das in so einer... Also es natürlich Gutes das gibt Aber es steckt in so ner großen Begeesterungen.

00:14:49: dann auch immer so eine Gefahr Dass diese neuen Projektionen die damit einhergehen mit dem wolf wieder nix zu tun haben genauso wenig wie die negativen.

00:14:59: also dass der dann so idealisiert wird und um jeden Preis geschützt werden muss, dann tut man den Wolf auch wieder nichts Gutes.

00:15:08: Beim Wolf bin ich schwankt das extrem in beide Richtungen weil er sich auch in beiden Richtungen eignet.

00:15:13: Der eignete sich für so eine Dämonisierung.

00:15:15: wenn da ist noch mal ein Top Predator oder ganz oberer Nahrungskette Da gibt es ja jetzt nicht so viele zumal ich hierzulande.

00:15:24: Das macht natürlich Angst.

00:15:27: Klar, der tötet um zu leben und er tötete ganz schön große Tiere umzuleben.

00:15:31: Und er könnte auch den Menschen töten.

00:15:34: potentiell aber ist uns eben auch auf eine Weise ähnlich weil er so ein ganz ausgeprägtes Sozialleben hat in einem ganz engen Familienverband lebt nach außen sehr wehrhaft es nach innen sehr sozial und das sind die Aspekte Zum einen auch erst in den letzten Jahrzehnten im Mittelpunkt gerückt sind, wenn man sie erst dann erforschen konnte.

00:15:55: Aber das betonen natürlich die, die so eine große Wolfsbegeisterung haben?

00:16:01: Wenn wir mal von der Wolfs-Begeisterung weggehen und die Verhaltensforscher betrachten mit denen du ja auch viel gesprochen hast... Du sagtest, die Wölfe können töten aber sie tun es ja nicht!

00:16:15: Auch der Hamburg Altona Wolf hat ja nicht die Frau aggressiv angegriffen.

00:16:21: Der wollte sie nicht töten, der wollte sich nicht reisen!

00:16:24: Sie tun es ganz selten.

00:16:26: Es passiert überhaupt sehr selten dass Wölfe Menschen anfallen.

00:16:30: Warum tun sie's nicht?

00:16:33: Genau so kann man eigentlich sagen das ist doch eigentlich... Das zeigt auch eigentlich, dass es gar nicht so schwierig ist mit dem Wölfen zusammenzuleben.

00:16:41: Man kann mit eben einer Einkaufspassage sein und es passiert nichts.

00:16:44: also ausser man macht den Fehler ihn anzufassen.

00:16:47: ja der Mensch ist dich nicht Teil seines Beutes Schemas, ganz einfach.

00:16:54: Also kann es werden?

00:16:56: Man kann nicht sagen dass das noch nie der Fall war und dann kann ich sagen dass Wölfe noch nie Menschen getötet haben.

00:17:02: da gibt's ja auch Untersuchungen und Studien die dem schon widersprechen aber da gibt es immer einen Kontext also zum Beispiel Zeiten wo es sehr wenig Nahrung gab für die Wölfer haben die sich dann mal auf Menschen verlegt in Dörfern im sechzehn-sebzehnten Jahrhundert.

00:17:21: Aber es ist sie ganz, ganz große Ausnahme.

00:17:25: Ja, Wal und Wolf sind ja auch, wie man dann in der ökologischen Forschung oft sagt, charismatische Tiere.

00:17:33: Es gibt viele Studien immer mehr Studien, die diesen Charakter charismatic oder diese Eigenschaft charismati... bei solchen Tieren verwenden.

00:17:44: Und das taucht auch auf, ich glaube auch so ein bisschen.

00:17:47: mein Gefühl ist, dass es auch der Grund warum man die Charismatisch nennt weil sie auch wirklich eben einen Begriff sind.

00:17:52: Weil jeder einen Begriff davon hat was is ein Wolf?

00:17:54: Was macht einem Wolf?

00:17:55: Welche historische welche kulturelle Rolle spielt der Wolf auch beim Wahl?

00:18:00: genauso Ich meine man kennt jeder kennt mobidikte Filme Bei wolf ist es ähnlich.

00:18:06: Das sind Märchen, Literatur Auch Filme natürlich.

00:18:11: Und natürlich Puppenspiele, alles!

00:18:13: Also das ist ja gewissermaßen... Das sind Figuren, kulturelle Figuren die jeder kennt.

00:18:19: Ich wage sogar zu überhaupten Jens Sitt wahrscheinlich wird's auch kennen.

00:18:22: also auch jüngere Leute beschäftigen sich oder wissen was damit gemeint ist.

00:18:27: aber was ist dieses Charismatisch?

00:18:29: Was bedeutet das eigentlich wenn man sich mit Tieren beschäftigt?

00:18:37: Ja das ist interessant in unserem komplexen und sehr wechselhaften Verhältnissen.

00:18:42: Natur ist auch das eine interessante Frage, die auch vor allem Naturschutzorganisation immer wieder interessiert weil dir gucken welche Tiere können wir in den Mittelpunkt stellen unserer Kampagnen, welche motivieren zum Schutz?

00:18:56: Und ich habe vor allem einer Studie gesehen wo man mal versucht hat herauszufinden welche Tiere werden eigentlich als charismatisch empfunden.

00:19:05: da wurden die Leute so ganz frei gefragt, die konnten einfach Tiere nennen und das ist dann überraschenderweise.

00:19:11: Also es war in westlichen Ländern muss man sagen gibt's schon auch kulturelle Unterschiede aber das hat sich dann verdichtet so auf zwanzig Tiere und das waren eigentlich alles also nicht alles aber es waren zum Großteil große Land Säugetiere.

00:19:27: Und ein Großteil davon ist auch für die befragten Menschen exotisch gewesen, weil sie eher in Afrika gelebt haben also sowas wie Giraffen, Schimpansen, Löwe, Tiger, Elefant.

00:19:40: Meeresbewohner war auch dabei und High als Nichtsäugeteer.

00:19:46: Das ist erstaunlich!

00:19:48: Also Krokodil... also das war ein interessanter Punkt, ein interessantes Ergebnis Denn die wurden dann auch belegt mit Eigenschaften.

00:19:57: Da wurden die Leute auch gefragt, sollten sie in Eigenschaftens zuschreiben?

00:20:00: Und so Hai und Krokodil wurden dann – Wolfer natürlich auch dabei – wurden dann mit so gefährlich belegt.

00:20:08: also ein charismatisches Tier muss nicht ein als positiv empfundenes Tier sein aber es muss eine gewisse Ausstrahlung haben und die Größe irgendwie eine gewisse Nähe spielt da, spielt dann eine Rolle anscheinend.

00:20:30: Ja das ist tief, das scheint auch tiefer wohl zu sein weil wenn man diese Liste jetzt hört, wenn ich sie höre dann ist das ganz automatisch würde ich sofort zustimmen bei jedem Tier.

00:20:42: und trotzdem fragt man sich natürlich Es gibt ganz unterschiedliche Haltungen zu den Tieren.

00:20:48: Man stuft sie sehr als Charismatisch ein, als wichtig, als Schlüsselarten, Leuchtturmarten oder so.

00:20:54: So machen das Wissenschaftler dann auch aufgrund ihrer ökologischen Rolle diesen Ökosystem spielen.

00:21:00: Die spielen ja immer eine sehr wichtige Rolle muss man sagen.

00:21:03: also wenn Sie aussterben jeweils und die Seltenheit ist wahrscheinlich auch einen Faktor der da mitspielt Wenn Sie ausstärben Dann ist es schlecht bestellt.

00:21:13: um den Lebensraum sind also ökologie Auch wichtig und trotzdem gibt es keine einheitliche Haltung dazu.

00:21:19: Glaubst du, dass man das verändern kann?

00:21:22: Kann man den Blauwahl oder den High oder den Wolf auf eine ähnliche Linie bringen wie das Zebrau oder die Giraffe also in einem Positiverhaltung?

00:21:36: Ja, das glaube ich schon!

00:21:37: Also da ist ja auch der Der Wolf, ein ganz gutes Beispiel.

00:21:41: Wie gesagt es geht bei ihm in zwei Richtungen aber ist das beides möglich?

00:21:45: also dass wir sehen ist er eigentlich nie das Tier das in der Natur rumläuft.

00:21:53: Wir erschaffen das Tier quasi noch mal neu in den Köpfen und da ist natürlich erstmal viel drin so.

00:22:01: Da ist auch der Wahl ein gutes Beispiel wobei der ja jetzt eigentlich nie so ein negatives Image wirklich hatte weil er ja die meiste Zeit auch gar nicht greifbar war.

00:22:12: Also der hat ja eigentlich eher, das war ja fast so ein mythisches Tier.

00:22:17: Man hat ihn ja nicht gesehen!

00:22:18: Man hat den nur gesehen wenn man Wahlfänger war oder wenn der mal an Land gegangen ist und dann mal gestrandet ist wie der Wahl jetzt.

00:22:25: Dann sind alle gekommen und haben diese riesige Fleischmasse bestaunt.

00:22:32: Aber jahrhundertelang war der Wahl einfach das, da war wir so einen schwimmenden Öl, Ölkwelle auch.

00:22:41: Also ein toter Wahl war eigentlich ein guter Wahl weil die hatten ja eben dieses Öl kann man da gewinnen was für alle möglichen Dinge verwandt wurde ganz wichtig ja auch für Licht.

00:22:54: vor dem Petroleum wurden da Lampen.

00:22:57: damit konnte man anmachen und das waren eigentlich die Wale.

00:23:02: oder Praktisch war natürlich sehr aufwendig und gefährlich auch die längste Zeit, die zu erlegen.

00:23:12: Aber das war eigentlich so der Wahlbezug, den man hatte.

00:23:14: Und dann ist es ja total gekippt.

00:23:16: Also da kann man durch auch der industrielle Wahlfang, der die Bestände wahnsinnig dezimiert hat im zwanzigsten Jahrhundert.

00:23:26: Dann kam diese tolle Sache, dass die Buckelwahl lauter aufgenommen wurden Auch als LP.

00:23:34: rausgebracht wurden die Buckelwahlgesänge, diese melancholischen Lieder.

00:23:41: Und dazu dann die Bilder dieser brutalen Wahlfangaktion und dann die Aktion Save the Whales, die wirklich Millionen Menschen mobilisiert hat.

00:23:55: Dazu kann man natürlich auch noch der wachsende Verdacht, dass da eine Intelligenz in den Tieren ist, die man noch gar nicht erfasst hat.

00:24:03: Dass sie mich auf einmal eine Sprache haben und es endete mit dem Moratorium des Wahlfangs, aus dem Jahr sixund achtzig also kein kommerzieller Wahlfang mehr.

00:24:14: Und das ist schon ne beachtliche Wandlung gewesen von so einer Gleichgültigkeit hin zu einem kollektiv geteilten Gefühl.

00:24:22: Das geht

00:24:23: so Gipfelter, immer wieder Gipfelder.

00:24:27: Ich denke da an Greenpeace und es gibt dann viele Bilder auch die um die Welt gegangen sind schon bei uns als Kind quasi, die man erlebt hat.

00:24:36: aber alles was du jetzt gesagt hast ist aus meiner Sicht das Sicht eines Biologen eigentlich ein starkes Indiz dafür dass je mehr man über ein Tier weiß desto näher kommt man dem Tier Näher rückt man ihm zumindest geistig, wenn auch nicht körperlich.

00:24:56: Der Wahl war immer wie du sagst der war ja weg.

00:24:58: und selbst die dir auf Whale-Watchingtouren gehen sehen oft keine Wahle und begeistern sich trotzdem für Wahlen auch wenn sie enttäuscht zurückkommen.

00:25:07: also es gibt So eine Anhäufung von Wissen ja auch über diese Tiere in den letzten Jahrzehnten.

00:25:13: Und vielleicht, das würde so ein bisschen diese These und eine Hoffnung vielleicht noch nähern, dass man eher realistische, pragmatische Haltung zu diesen Tieren kriegt?

00:25:25: Weil man doch auch das ökologische Wissen ist hat sich vermehrt ... Das Verhalten, die Bilder von den Wölfen zum Beispiel, die ja eher negativ konnotiert waren.

00:25:38: Viele Jahrhunderte lang und jetzt plötzlich auch ins Gegenteil verkehrt sind.

00:25:43: Da scheint doch etwas dran zu sein, dass die Informationsfülle und das Wissen darum welche Rolle diese Tiere spielen.

00:25:50: Nämlich eine wichtige Rolle, dass vielleicht dann doch nützt!

00:25:54: Optimist, wie ich bin würde ich das so interpretieren und vielleicht dann genauso weit gehen.

00:26:01: Wie du ja auch schon angedeutet hast dass man sagt wenn wir noch mehr über diese Tiere erfahren jetzt durch die Besenderung Es gibt ja ganz moderne Methoden durch diese Digitalisierung Auch bei der Tierbeobachtung ist es ja eine fantastische Chance solchen Tieren wirklich nahe zu kommen Jetzt auch wieder nicht körperlich nicht buchstäblich aber doch über diese verschiedenen Kanäle, Medien, Kommunikation.

00:26:26: Ich glaube das wird eine große Aufgabe für Menschen auch wie dich jetzt oder wir uns in Wissenschaftsredaktion auch da noch mehr zu kommunizieren um es einfach ein bisschen deutlicher zu machen.

00:26:36: Der Wolf würde wahrscheinlich davon profitieren weil jetzt meine Idee quasi...

00:26:40: Na ja, wobei man sagen muss dass Wissen ist sowieso nicht unser Problem.

00:26:46: also generell wenn's darum geht Was machen wir da eigentlich mit dem Planeten?

00:26:51: Wir wissen ja alles.

00:26:53: Trotzdem harpert es und haben uns auch vorgenommen, wir machen das jetzt anders und trotzdem harpert es so wahnsinnig mit der Umsetzung.

00:27:01: Wahrscheinlich braucht mehr Geschichten, mehr Erzählungen.

00:27:07: Deswegen sind diese beiden Tiere die sich reingedrängelt haben in unser Leben gar nicht so schlecht.

00:27:14: Also beim Wolf würde ich mir... also diesen Wolf mal zu beobachten!

00:27:18: Also vielleicht wird ihr mal irgendwann verraten, was er macht.

00:27:21: Jetzt haben ja alle irgendwie ganz Deutschland hat jetzt irgendwie Bezug zu dem Wolf aus der Hamburger Einkaufspassage.

00:27:28: Was macht er eigentlich?

00:27:29: Wo findet er eigentlich sein Revier?

00:27:31: Wann findet der eine Partnerin?

00:27:33: Wanne hat der ein Rudel?

00:27:35: Das wäre ja mal ganz interessant, um zu gucken, was ist das mit dem Wolf?

00:27:41: Also mein Wunsch wäre ... gedacht, also ich das Buch geschrieben habe.

00:27:48: Das ist ja jetzt schon zehn Jahre her gedacht, dass es doch eigentlich eine tolle Chance eben mal wegzukommen von dieser... Von diesen einseitigen Zuschreibungen zu denen wir immer neigen sondern mal ein Tier zu sehen so in seiner Komplexität bei der auch diese ganzen Zuschreibung und diese ganzen Eigenschaften keinen Sinn mehr machen weil die sind ja alle unserer Menschenwelt.

00:28:15: Sie hat hier übergeholfen und eben zu sehen, klar der jetzt ein Wolf ist für unsere Begriffe irgendwie furchterrigend weil er eben tötet.

00:28:25: Zugleich hatte er eben auch dieses intensive Familienleben mit dem man sich sofort identifizieren kann.

00:28:32: die Natur ist so dass ambivalent also wenn man es wieder in Menschenkategorien überträgt Und sie ist vor allem nicht von uns zu trennen.

00:28:46: Also diese Idee, wir können die Natur so hinter einen Zaun packen und dann sie ab und zu mal bestaunen und fahren wieder in unsere Welt zurück.

00:28:57: Da zeigt der Wolf uns dass das nicht klappt weil es gibt ja auch Ideen den Wolfen bestimmte Zonen zuzuweisen aber das wird nicht klappen.

00:29:06: Der betritt unseren Raum Und wird sich das auch nicht nehmen lassen.

00:29:12: Das heißt, wir müssen lernen damit umzugehen und generell müssen wir begreifen dass die Natur also zum einen dass wir aus der Natur selber kommen von ihr abhängig sind aber das ist eben nicht klappt die Natur so in Schrank zu verweisen sondern wir müssen überall wieder so handeln dass Natur auch bestehen kann Also das auch auf den Eckern auch Vögel nisten können dazwischen in den Hecken und dass da eben nicht nur eine Monokultur ist, sondern das da auch im Bodenleben ist.

00:29:47: Also man kann es eben nicht trennen und das zeigt uns eigentlich der Wolf sehr schön.

00:29:51: wenn wir dem ein bisschen zugucken würden könnten wir das lernen hatte ich gedacht hat sich jetzt nicht so bewahrheitet bis jetzt.

00:29:57: es hat sich ja sehr zugespitzt.

00:29:59: die Debatte um den wolf erpolarisiert mehr denn je aber soll die Hoffnung nicht aufgeben?

00:30:05: Ja ich glaube das muss man noch gar nicht Mal.

00:30:09: bei Lichte betrachtet ist es ja auch eine wichtige Botschaft, wenn der Wolf sich anzieht.

00:30:14: Auch in größerer Zahl ansiedelt und das sind ja doch viele Rodel inzwischen in Deutschland die sich angesiedelt haben in den anderen Ländern ja auch wo früher ausgerottet waren also wo sie verschwunden waren.

00:30:27: Da muss man ja sagen, dann ist das ja auch ein gutes Zeichen für unseren Umgang mit der Natur.

00:30:32: Da kann man jetzt viele viele Einschränkungen machen.

00:30:34: ich sage nur das Stichwort Landwirtschaft.

00:30:36: aber Tatsache ist dass diese Wölfe zurückfinden und andere Tierarten übrigens ja auch.

00:30:40: also Ich finde die Rückkehr des Kranigs oder des Seeatlers nicht weniger spektakulär wie die Rückkehr des Wolfes Und anderer auch Der Hamster erholt sich der Lux kommt plötzlich zurück und so solche Geschichten die man erneuerdings immer hört Das finde ich eine spannende Entwicklung dieses Diese Kulturfolgerei von Wildtieren, die plötzlich wieder da sind.

00:31:01: Die man in den Achtziger und Neunziger Jahren eigentlich für verloren geglaubt hat.

00:31:05: Das muss man ganz ehrlich sagen.

00:31:06: Das waren nur noch ganz wenige Gebiete auch in Europa, die für solche Tiere dann quasi reserviert schienen.

00:31:13: Irgendwie die Wölfe in Italien, Südosteuropa usw.

00:31:18: Und der ändert sich.

00:31:19: also ist ja eigentlich auch eine gute Botschaft.

00:31:21: das muss man ja auch transportieren.

00:31:24: Und trotzdem, jetzt komme ich wieder zurück.

00:31:26: Das schwingt wieder das Pendel.

00:31:29: Hast du ja auch schon angedeutet?

00:31:30: Trotzdem die Vorurteile bestehen natürlich und die Voruteile sind beim Wahl geringer.

00:31:37: es gibt sie auch glaube ich in vielen Kulturen gibt es auch.

00:31:42: Das wird sehr verschieden sein.

00:31:44: vorurteilen Gegenwahl auch vielleicht eine Ein Enthusiasmus für Wale, der vielleicht gar nicht so gerechtfertigt ist.

00:31:55: Aber es gibt vor allem gegen Wölfe natürlich immer noch die Vorurteile, die Klischees, die man in den Köpfen hat und diese natürlich schwer zu bekämpfen.

00:32:04: Und ich glaube daran liegt wahrscheinlich dann auch die Aufgabe, dass man solche Vorurtheile bekämpft.

00:32:09: Denn eine reale Gefahr ist es ja nicht!

00:32:12: Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den möchte ich auch gerne ansprechen Petra Jagdrecht.

00:32:17: Kurzem ist der Wolf wieder ins Jagdrecht aufgenommen.

00:32:21: Und es hat sich vieles verändert in der Haltung des Gesetzgebers und einiger Gruppen, die den Wolf anders betrachten als Naturschützer oder Naturliebhaber.

00:32:39: Es hat sich ändert.

00:32:41: Wie glaubst du, wird es sich das auswirken auf die Wolfspopulation?

00:32:45: Auf den Umgang mit Wölfen auch vielleicht auf seine öffentliche Wahrnehmung?

00:32:51: Du hast ja gerade gesagt eine Gefahr ist er nicht in Bezug auf Menschen natürlich.

00:32:56: Er ist natürlich schon eine Gefahre für Nutztiere und damit auch für Landwirte.

00:33:03: Es hat sich irgendwie eingestellt, so ein Gefühl der Hilflosigkeit bei den Leuten oder das Gefühl der Wolf wird ernster genommen als sie.

00:33:14: Und das ist ein sehr gefährliches Gefühl.

00:33:18: Dass es soweit kommen konnte, ist natürlich einen Fehler, der auch damit zu tun hat dass ich glaube die Wolfs Rückkehr nicht eng genug begleitet wurde.

00:33:28: aber jetzt sind wir an dem Punkt und deswegen muss man vielleicht sagen Es kann schon etwas bewirken, dass der Wolf jetzt wieder einfacher geschossen werden kann für seine Akzeptanz.

00:33:41: Weil man das Gefühl bekommt, man ist irgendwie wehrhaft.

00:33:44: Man kann sich schon wehren gegen den.

00:33:46: Es wird aber ganz sicher nicht die Probleme lösen, die jetzt angeführt werden wenn es heißt darum müssen wir den Wolf schießen weil es werden nicht weniger Tiere gerissen werden wenn man Wolfe schießen darf.

00:34:00: also Das Einzige, was da helfen wird ist die Tiere richtig zu schützen.

00:34:06: Also die Zahl der Wölfe korreliert nicht mit der Zahl der Risse.

00:34:10: Tiere werden da gerissen wo sie schlecht geschützt sind und da muss etwas geändert werden.

00:34:15: Und das wurde einfach auch nicht engagiert genug durchgesetzt.

00:34:19: Das wird auch nicht angagiert genug beobachtet.

00:34:22: Es gibt gar keine Statistiken darüber wie viel Prozent der Tiere jetzt eigentlich gut geschützten.

00:34:31: Und wenn das immer klar würde, hier gab es einen Riss aber der Sound war eben nicht ausreichend.

00:34:36: Der war zu niedrig oder er war nicht elektrifiziert dann würde die Diskussion sofort versachlichen.

00:34:43: Aber da wurde einiges versäumt und insofern ist es okay dass der Wolf jetzt im Jahr kriegt ist.

00:34:54: Da muss ja noch einiges geregelt werden.

00:34:57: also ob es eine Quote gibt.

00:35:01: Wahrscheinlich wird es dann am Ende eine Quote geben, so und so viele Tiere dürfen in einem bestimmten Zeitraum geschossen werden.

00:35:09: Ein Wolfs Forscher mit dem ich gesprochen habe, der geht nicht davon aus dass er meint die Populationen wird dadurch in keiner Weise leiden.

00:35:20: Die ist schon recht resilient inzwischen Und das wird ja auch wahrscheinlich so gering gehalten werden dass das den Bestand wahrscheinlich nicht groß verändert und der kann auch eine Dezibierung wahrscheinlich vertragen, ohne dass es grundsätzlich gleich wieder bedroht ist.

00:35:44: Aber ja da muss man mal gucken!

00:35:45: Es ist ja noch nicht so richtig soweit, dann muss er jetzt noch einiges erklärt werden in den einzelnen Bundesländern, die damit umgehen.

00:35:51: Ja, das ist auch eine wichtige Klarstellung.

00:35:53: ich glaube, man muss schon sagen... Manchen dies vielleicht anders verstehen?

00:35:57: Die Aufnahme ins Jagdrecht bedeutet eben nicht, dass man die Wölfe wieder loswerden will.

00:36:02: Man will sie nicht ausrotten in Deutschland!

00:36:06: Man will Sie immer noch hier haben aber Sie werden gemanagt.

00:36:11: Das ist im Prinzip die Botschaft, die ja politisch auch gesendet wurde aus dieser Entscheidung was eine demokratische Entscheidung war.

00:36:19: diese neue Gesetzgebung also insofern das heißt Wie viele Wölfer haben wir so in etwa, dass man einen Eindruck kriegt?

00:36:29: So zweitausend vielleicht.

00:36:31: Zweitausend

00:36:33: übers Land verteilt und ungleich verteilt, muss man wohl sagen mehr im Osten als im Westen richtig

00:36:40: deutlich deutlich deutlich

00:36:41: viel viel mehr im Ost.

00:36:43: das heißt natürlich auch Begegnungen sind möglich auch für Menschen oder gerade für Menschen die gerne rausgehen die gerne auch in den Wald gehen Wölfe natürlich versteckt und die Maiden, Straßen.

00:36:56: Das weiß man alles auch aus Studien, dass sie sehr scheu sind und wie du schon sagtest ja nicht angreifen.

00:37:02: aber was heißt das?

00:37:05: Du weißt es wahrscheinlich am allerbesten!

00:37:07: Wie geht man mit Wölfen um?

00:37:08: ich habe einmal eine Begegnung mit Wölfen im Gehege gehabt.

00:37:12: Das war völlig natürlich völlig belanglos und das war auch völlig ungefährlich weil ich gar nicht mit denen direkt in Kontakt gekommen bin.

00:37:20: Aber wenn es denn so ist, was macht man denn eigentlich?

00:37:23: Wenn man einen Wolf in der Wildnis begegnet.

00:37:25: Wo ein Wolf ist sind ja dann meistens auch drei, vier, fünf andere in der Nähe.

00:37:31: Also man muss schon sagen das wird wohl auch in Zukunft zu sein dass es die totale Ausnahme ist den Wolf zu treffen weil er will dich nicht treffen und jeder der sich beruflich mit Wölfen beschäftigt Während es als Glücksfall in Wolf zu begegnen, weil das einfach die totale Ausnahme ist.

00:37:51: Aber es gibt natürlich auch Gegenbeitwürfe.

00:37:53: Es gibt ja auch Videos, dieses eine Video von der Frau mit dem Hund da wo er aufm Feld nicht verfolgt wurde.

00:38:00: aber der Wolf ist immer so parallel gelaufen.

00:38:03: Das war ja wohl auch ein junger Wolf und sie war dann sehr aufregend.

00:38:05: Aber Sie hat es eigentlich ganz richtig gemacht, weil sie hat dann immer so laut gerufen.

00:38:09: Jetzt hat er immer so hau ab oder sind immer so... das ist schon mal nicht schlecht!

00:38:12: Also laut werden ist nicht schlecht, ganz schlecht wäre jetzt weglaufen.

00:38:16: Das wäre gar nicht gut.

00:38:18: Dann könnte man wohl doch als Beute irgendwie das Potenzial identifiziert werden.

00:38:23: aber so einen geordneter Rückzug also langsam vielleicht die andere Richtung einschlagen, in die der Wolf nicht geht.

00:38:34: Das ist so das Richtige.

00:38:36: Also nicht im Panik geraten?

00:38:37: Das ist glaube ich ganz wichtig!

00:38:39: Gar nicht gar nicht im panik geratten.

00:38:41: also gut wir werden uns dran halten.

00:38:43: Ich gehe auch gern in den Wald.

00:38:45: aber jetzt würde ich dir zum Abschluss würde ich noch gerne eine letzte Frage stellen vielleicht die schwierigste frage weil sie ein bisschen wieder ans Gewissen appelliert sollte Timmy jetzt immer wieder bei dem wahl in der Wismarra bucht, sollte man den nicht einfach von seinem Leid erlösen.

00:39:06: Das ist ja auch was viele Menschen beschäftigt.

00:39:08: Muss man den so dahin siechen lassen?

00:39:12: Ja da kann ich mich nur berufen auf die Pressekonferenz, die ich mir angeschaut habe wo überzeugend dargestellt wurde vorgestern dass das alle Methoden geprüft hat Und dass aber keine sich so richtig anbietet.

00:39:27: Also es bietet sich weder an das mit Gift zu machen, das dann irgendwie über die Schwanzflosse initiiert werden muss.

00:39:32: Das wären irgendwie Unmengen vom Gift was man da bräuchte.

00:39:37: Mit Harpunen könnte man auch etwas initiieren.

00:39:39: Es ist auch keine Variante.

00:39:41: Man könnte jetzt pass auf den Kopf sprengen.

00:39:45: Da muss man glaube ich gar nicht weiter ausführen warum das keine gute Lösung ist.

00:39:52: also wurde wohl alles geprüft und man ist zum Schluss gekommen.

00:39:58: Am ersten kann man dem Tier helfen, indem man jetzt diesen Bereich abschirmt, guckt dass da keiner zu nahe kommt.

00:40:04: Ich glaube sie besprengen ihn auch hin und wieder mit Wasser damit er nicht so ganz ausrocknet und viel mehr kann man wohl nicht tun.

00:40:14: Ja das ist der Natur ihren Lauf lassen gewissermaßen einigermaßen.

00:40:17: Das leidt auch mindern dabei mit den Möglichkeiten, die man hat.

00:40:20: Ich finde das eine gute Botschaft übrigens.

00:40:23: Eine gute Botschafe als auch wieder zeigt da ist doch auch Empathie im Spiel, auch bei den Verantwortlichen, die ja jetzt auch spüren dass alle Augen sind auf sie gerichtet und ich glaube das ist auch für alle anderen in solchen Situationen geraten oder überhaupt mit Tieren umgehen vielleicht wichtig zu wissen Leid minimieren ist ist wichtig es sinnvoll aber man darf es eben auch nicht in eine falsche Richtung machen und übertreiben.

00:40:53: Man darf nicht kurz ein Prozess machen wollen, wo man auch gar nicht genug weiß über den Prozess.

00:41:01: was passiert denn eigentlich?

00:41:03: Wie viele Leid haben diese Tiere wie viel Schmerz empfinden sie?

00:41:06: und dass diese Sensibilität meine ich heute mehr zu wahrzunehmen als in den Schriften die man liest über den Umgang früher mit Tieren.

00:41:21: Ganz generell, ob Schlachtiere sind und wir haben das schon gesprochen.

00:41:24: Wir haben auch über Zootiere schon gesprochen an der Stelle hier.

00:41:28: Auch da ist es ja ähnlich.

00:41:30: ich

00:41:30: glaube so eine gesteigerte Empathie ist feststellbar und das ist für mich ein gutes Zeichen.

00:41:36: und deswegen glaube ich sind solche Podcast wie heute denn wir heute machen auch glaube ich ganz sinnvoll wenn sie dann bis zum Schluss auch gehört werden Petra.

00:41:46: Und weil wir jetzt am Schluss wirklich sind, würde ich natürlich alle Zuhörere einladen uns Kommentare zu schicken.

00:41:53: Auch ihre eigenen Meinungen auch natürlich mitzuteilen.

00:41:58: Sie können also eine E-Mail schreiben wie immer an wissenschaftetfaz.de.

00:42:03: Stichwort wichtig ist Podcast und sie können uns natürlich auch abonnieren.

00:42:09: da würden wir uns auch freuen.

00:42:11: ja und wie immer zum Schluss Bevor ich gleich dich verabschiede, Petra.

00:42:16: Noch eine kurze Ankündigung zur nächsten Frankforderallgemeinen Sonntagszeitung zum Wissenschafts-Zeilen.

00:42:25: Da geht es nämlich auch wieder um Tiere und um Emotionen der Tiere und Umemotion mit Tieren.

00:42:34: Pferde, Wildpferde!

00:42:35: Der Umgang mit Pferden, warum sie immer noch in Einzelboxen oft gehalten werden, obwohl's eigentlich sehr soziale Tiere sind.

00:42:42: Auch da spielt diese ... Empathie, wieder auch eine Rolle.

00:42:45: Und man lernt in diesem Artikel und auf der Seite mit schönen Grafiken auch aufgemacht, lernt man sehr viel über die Ausdrucksweise von Pferden was ich nicht wusste.

00:42:57: Sehr spannend!

00:42:58: Vorne auf der Aufmacherseite der Wissenschaft geht es um Rechenprobleme, Dyskalkulier.

00:43:05: Was ist das Problem?

00:43:07: Was kann man tun?

00:43:08: Was ist sinnvoll?

00:43:09: Und auf der Schlusszeit werden wir uns Wohl oder übel, ganz aktuell noch mal mit dem Thema Krieg beschäftigen.

00:43:18: Die Straße von Hormuz.

00:43:20: Nicht das Militärische steht bei uns im Vordergrund sondern Dünger.

00:43:25: Eintrittel der Düngernproduktion findet in den Goldstaaten statt und auch der muss dann quasi über die Straße vom Hormus transportiert werden.

00:43:34: und da wollen wir mal nachhören.

00:43:37: hat die Kollegin Frau Geczwikowski mal nachgefragt Wie ist das denn mit der Düngerversorgung, der Landwirtschaft weltweit?

00:43:46: Wenn die Situation so bleibt wie sie im Moment ist oder wenn massive Zölle erhoben werden in Zukunft.

00:43:55: Das sind die kurzen Ankündigungen für die nächste FAS-Ausgabe und damit machen wir Schluss!

00:44:03: Ich sage tschüss nach Berlin, Petra.

00:44:06: Tschüss nach Frankfurt.

Über diesen Podcast

So spannend kann Wissenschaft sein: Die beiden F.A.Z.-Redakteure, Astrophysikerin und Wissenschaftsphilosophin Sibylle Anderl und Biologe Joachim Müller-Jung, sprechen in jeder Folge des Wissenspodcasts über relevante wissenschaftliche Themen und aktuelle Studien. Sie stellen Bahnbrechendes, Nützliches, Überraschendes, Spannendes und Skurriles aus der Welt der Forschung verständlich vor. Die Bereiche reichen von Medizin und Ernährung, über Weltraum, Leben und Gene, Geist und Soziales, Erde, Wald und Klima, bis hin zu Archäologie und Altertum.

Immer am Ende der Woche erscheint eine neue Episode. Alle Folgen können jederzeit auch hier angehört werden: https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-wissen-der-podcast.

Anregungen, Themenwünsche und Feedback nehmen wir gerne per E-Mail mit dem Betreff „Podcast Wissen“ an wissenschaft@faz.de entgegen.

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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